Neue Schamanin

Wäre ich eine Göttin —

welchen Job würde ich übernehmen?

Bisher war es offenbar der Job des Heilens —

immer und immer wieder.

Da gab es Sucht

da gab es gebrochene Knochen

da gab es den Flirt mit dem Suizid

weil alles so mühsam schien.

Da waren all diese Gefühlsknoten, die ich aufdröselte

scheinbar geduldig wie eine Strickerin,

im Innern jedoch vibrierend vor Ungeduld.

Schon bevor ich in diesen Kreis eintrat aus Krankheit

und Heilung und wieder Krankheit, da gab es andere,

die ihre Sorgen bei mir abluden,

ihre Unzufriedenheit, ihren Schmerz, ihr Leid —

und ich fühlte mich verantwortlich.

Wie diese Schamanen aus alter Zeit,

wenn sie die Leiden der anderen in sich einsogen in ihre eigenen Körper,

um dort, von tief innen heraus, Krankheit aufzulösen.

Ich bin es leid, diese Art des Heilens.

Was keineswegs heißt: Müde, heil zu sein.

Aber erschöpft, das Spiel des Heilens immer wieder

von Neuem zu beginnen.

Ich will nur noch: ganz und heil sein — und bleiben!

Eine neue Art von Schamanentum ist not-wendig

und dazu gehört: Andere auf sich selbst zurückwerfen.

Nur gerade noch so weit gehend, ihnen zu verraten:

„Ginge ich in deinen Schuhen, ich würde dieses ändern,

jenen Weg beschreiten, mich darauf konzentrieren.

Und du bist frei, es zu probieren.“

Was die Göttin des Heilens zu einer neue Schamanin macht

was sie verwandelt in die Göttin der magischen Transformation.

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