Ankommen

Herbstbaum

Nach dem Besuch bei der Familie
die drängende Frage:
Was brauche ich, um wieder anzukommen bei mir selbst?

Zeit allein ist nicht genug
all den kleinlichen Zwist loszuwerden,
der noch sein Un-Wesen treibt in Kopf und Herz.

Noch weniger hilfreich wäre, in Gedanken immer wieder dorthin zu reisen
wo jeder kleinliche Anlass harsche Worte auslösen kann.

Dann lieber: Atmen
tief hinein in meinen Körper…
das ist ein Anfang und doch nicht genug:

Schon bricht sich Ärger freie Bahn bei dem Gedanken:
Ich bin nicht verantwortlich für die Kämpfe anderer.
Warum tappe ich immer wieder in meine eigene Falle?

Der Körper fordert Bewegung!
Auch wenn mir das vorkommt wie eine Flucht:
Ich gebe nach, folge dem Impuls:
Raus in den Herbstwind,
der Laub um meine Füße wirbelt.Das Wetter launisch wie April:
Mal schwere Wolken, mal weiße Federbäusche vor blauem Himmel,
hindurch zieht ein Schwarm Zugvögel

WeisseWolkenLoslassen

Sie nehme ich als Vorbild:
All die Erinnerungen mit den Vögeln ziehen lassen,
dem vom Wind verwirbelten Laub anvertrauen

und lange, bevor ich den Heimweg antrete
bin ich angekommen, in der Verbindung mit mir selbst:

Es ist genug, mich auf mich selbst einzulasse.

Vogelschwarm

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