Auf keiner Seiten stehen

Da ist dieses Paar, solange schon verheiratet…
und jede Kleinigkeit reicht, alten Streit anzufachen.
All die verkrusteten Wunden, vor langer Zeit geschlagen…
manche Eitern immer wieder von neuem,
wecken bei jeder Berührung die alten verhornten Wunden
wecken erneut den alten Zorn.

Bin ich in ihrer Nähe, dann wird geklagt und angeklagt:
Die sagt immer… der macht immer…. dieses oder jenes…
Die Klagen sind eine Aufforderung, Partei zu ergreifen.

Will ich das wirklich? Mich auf eine Seite schlagen?
Mich in uralte Kämpfe verheddern lassen?
Oder lieber den inneren Blick ausweiten, das ganze Bild sehen?

Auch Staaten zelebrieren ihre alten Wunden
weisen Schuld zu dem vermeintlichen Feind
der doch aus so vielen einzelnen Menschen besteht
und die meisten wollen nichts als ihr Leben leben,
mit Familie, mit Freunden…
doch da sind diejenigen, die immer wieder
an den alten Wunden kratzen
nicht, um sie zu öffnen für Heilung, sondern
um das Feindbild zu stärken
um verkrustete Reaktionen zu wecken:
den Wunsch nach Rache.

Ihre Anklagen sind Aufforderung, Partei zu ergreifen
und Politiker und Medien fallen darauf herein
polarisierend, manipulierend…
alle wollen eine Mehrheit auf ihre Seite ziehen…
nur eine Mehrheit, nicht alle: Das Feindbild soll bleiben.

Will ich das wirklch? Partei ergreifen?
Mich in uralte Kämpfe verstricken lassen?
Oder den inneren Blick ausweiten, das ganze Bild sehen?

Auch diese uralte Eiche trägt alte Wunden
seit sie vom Blitz getroffen.
Unbeirrt von Zorn reckt sie
die verbliebenen Wurzeln dem Licht entgegen,
die Wurzeln dem nährenden Wasser…
Jedes Jahr bringt sie frisches Grün hervor

Eiche-vom-Blitz-getroffen

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9 Kommentare zu “Auf keiner Seiten stehen

  1. arabella50 sagt:

    Irgendwann muss verzeihen möglich sein, sonst stirbt die Freude.

  2. Sehr schön geschrieben, fast schon ein Songtext, fehlt nur der Refrain. Gefällt mir!
    LG Angela

  3. Diese Anklagen sind Ausdruck der eigenen Hilflosigkeit. Mitgefühl heißt hier, verstehen, dass sie auf der Suche nach der Lösung sind. Nichts und niemand kann ihnen die Lösung bringen als sie selbst. Also stillhalten, lassen… loslassen… weggehen, wenn es einem zuviel wird.
    Herzlichst Shasti

    • fridakopp sagt:

      In diesem Fall führen Mitgefühl und Verstehen eher zu der traurigen Einsicht, dass es da nicht um die Suche nach einer Lösung geht, jedenfalls nicht bewusst. Jemandem Vorwürfe machen, noch dazu wegen längst vergangener Sachen, das hat eher mit Machtspielchen zu tun.
      Es ist ja nicht so, dass ich mich aufgerufen fühle, da Frieden zu stiften – es würde nicht funktionieren…
      Trotzdem tut das Miterleben manchmal körperlich weh.
      Distanz, wenn es zu viel wird… klar, aber dennoch ist jedes mal eine innere Klärung not-wendig…

      Danke für deinen Kommentar
      Frida

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