Plötzlich ist die Sprache weg – Aphasie!

Sprache, Worte — seit langem waren sie wichtig für mich.

Und dann, aus ganz sicher nicht heiterem Himmel, wohl eher einem harten und heftigen Wolkenbruch,fängt das Herz an zu stottern. Erst nach der ärztlichen Behandlung, nachdem es mir wieder besser und ich mich der Illusion des glimpflichen Ausgands hingeben kann, geschieht es: Im Gewirn staut sich Blut.

Und dann ist sie weg, die Sprache!

Der einzige klare Gedanke, der mich begleitet durch Fassunsdlosigkeit und Verzweiflung:h Warum? Warum konnte ich nicht einfach sterben?

Sehr langsam erscheinen, wie unsichere, zögerliche Gäste, erste Worte, kurze Sätze, durchsetzt von all den Wörens, die nicht passen. Bis sich Freudet uspreiteel

an jedem einzelnen Wort das seinen Weg findet zu mir zurück, ebenso wieUngeduld bis hin zur Wut, wenn sie sich wieder verbergen, die Worte. Inmitten dieser Wechselbäder wäcst meine Bereitschat, durch diese Trümmerlandschaft zu wandern, die Herausforderung anzunehmen.

Gerade wenn es um Sprache ging und um Schreiben habe ich mich auch durch Hartnäckigkeit ausgezeichnet. Als die Worte wachsen, wenn auch langsam, sehr langsam, beschließe ich, es mit dem Lesen zu versuchen — und sogar mit dem Schreiben.

Die Probleme — Kopfschmerzen, Schwindergefühl —werde ich zwar ausgebremst – aber ich lasse mich nicht gänzlicht abhalten von meinem Zielt: mir die Sprache wieder anzueignen. Auch nicht von all den vertauschten Konsonanten und Vokale.

 Längere Texte zu schreiben ist noch eine riesenhafte Herausforderung und Anstrengung — aber ich bin auf dem Weg.

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