Baum-Schätze

Die Ernte einer Sonntagstour

Walnussbaum

Besuch beim uralten Walnussbaum,
plopp, plopp, purzeln schon die ersten Früchte,
ein wenig früh?
Sie brauchen noch Geburtshilfe, um die harte Schale zu sprengen.

Nun, es passt zu diesem Baum und seinen Nüssen:
Von den Bach-Blüten, die daraus gewonnen werden, heißt es:
Der Baum, der die Ketten sprengt.
Geburtshelfer bei jeder Art von Neubeginn,
der Blockaden lösen kann, ob äußerlich oder im Innern.

Walnuss.Geburtshilfe

Eiben sind magischer Bäume — aber Vorsicht: Gift!
Schon die Kelten und Wikinger stellten aus dem widerstandsfähigen und doch biegsamen Holz Bogenwaffen her – und das Gift der Eibe lieferte gleich das Pfeilgift dazu.

Giftig sind Blätter, Holz, Rinde und Wurzeln.
Die Früchte hingegen sind nicht nur essbar, sondern wohlschmeckend: süß mit einer frisch-säuerlichen Note.
Der Kern allerdings, den die Frucht umschlingt, ist wieder giftig.

Eibenfrüchte

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Perspektivwechsel

Blick durch's Brückengeländer

Blick durch’s Brückengeländer

Den Blick auf das Nahe-Liegende richten
kann Durchblick verschaffen — oder, wenn es dabei bleibt —
zum Tunnelblick werden.

Die Augen in die Ferne schweifen lassen bietet Weitblick —
oder kann dazu verleiten, die kleinen Details außer Acht zu lassen.

Gincgo-vor-Herbsthimmel

Nein, es geht nicht um Mittelmaß
sondern
den Wechsel von Nah zu Fern
und wieder zurück
und wieder…

Holzsteg

Zum Vollmond in Fische und Venus / Saturn in Skorpion

Der Fische Vollmond erhellt die Welt der Schatten, die Tiefe,
wohin abgeschoben wurde, was wir nicht gern ansehen
im hellen Licht des Tages.
Manchmal suchen uns Träume heim — nicht immer sind es Albträume.
Auch Träume der Sehnsucht,
längst abgetan als unerfüllbar,
können auftauchen aus unseren Abgründen.

Fische-Vollmond-dunkel

Was immer auftauchen mag:
Erinerungen, die wir gern vergessen möchten,
die ungelebten Träume,
verdrängter Zorn
oder das Talent, das nie gelebt wurde:
alles kommt ans Licht des Mondes,
bittend um Anerkennung.

Was anerkannt wurde, sich nicht länger verstecken muss,
treibt nicht länger sein Un-Wesen im Untergrund.
Akzeptanz führt zur Ganzheit
zur Fülle des Lebens.

Fische-Vollmond1

Hoch hinaus

Bildcollage mit Schuhen

Bildcollage mit Schuhen

Ja, ich genieße den Gang durch den Park
— doch was ich ersehne ist eine Aus-Zeit am Meer.
In den Wolken erkenne ich das Muster der Wellen am Strand
— und stolpere zurück ins Hier und Jetzt
über einen einzelnen Schuh.

Den zweiten entdecke ich im Gras:
Als wäre urplötzlich dem unbekannten Jogger alles zu eng geworden:
die Schuhe, sein Ziel, sein Leben…
als hätte er, schwer atmend, den einen beim Laufen abgestreift
wild entschlossen
jedwede Enge weit hinter sich zu lassen
den ander‘n erst bei seinem Sprung
— hoch hinaus ins Himmelblau.

Echos unter der Brücke

Blick-vom-Wehr

Ein sonnenwarmer Tag —
vielleicht der letzte Sommertag dieses Septembers?
Mein Radweg zum See führt über die Wehrbrücke.
Ich halte an, um dem machtvollen Klang des Wassers zu lauschen —
und denke an eine Freundin,
die beim Anblick und Klang des kraftvollen Wassers Furcht empfindet.

unter-der-Brücke

Kurz vor dem Ziel führt mein Weg hindurch unter der Eisenbahnbrücke.
Wer dort ruft, erzeugt ein Echo.
Die hallenden Töne übersetze ich als Erinnerung
an die Schwere der Vergangenheit.
So lange, zu lange habe ich sie als Lasten getragen:
Die mütterlichen Ängste vor Krankheit.
Ihre Phantasie ließ jeden Husten zur tödlichen Krankheit werden.
Darüber stülpten sich die väterlichen Ängste vor Mangel und Not.
Die Prägung wurde zur schlechten Gewohnheit,
die Lebensfreude verkümmern ließ.

Heute will ich die Freuden auskosten
dieses vielleicht letzten Sommertages vor dem Herbst
in vollen Schwimmzügen,
will die Leichtigkeit der Bewegung im Wasser genießen.

Beim Rückweg über die Eisenbahnbrücke denke ich an den nahen Herbst,
an Bäume, die bdedenkenlos ihre Blätter dem Wind überlassen.
Und fühle mich so leicht, als könne ich über die Brücke fliegen.

Eisenbahnbrücke

Höhlenforschun

Stalagtitenhöhle-Leuchten

lange habe ich sie erforscht
die Höhlen des Unterbewussten
immer tiefer abwärts
in die Stalagtitengewölbe dessen, was war
in der Familie, in der Gesellschaft
oder gar in früheren Leben.

Auftauchen an die Oberfläche…
oder gar höher hinauf in luftige Gefilde
ist nicht so einfach, der freie unbeschwerte Flug gebremst:
das Tiefschürfen wurde zur Lebenshaltung.

Stufen-zur-Höhle.Cartoon

Bis eines lichten Morgens
die innere Stimme deutlich zu verstehen ist:
„Es ist genug.
Jetzt reicht es, einfach nur zu sein.“

Ja, das alte wurde klar gewaschen
und klare Erkenntnis bieten festen Grund
um davon abzuspringen.

Nur eine Frage bleibt:
Wo ist die Freude, die aufwärts trägt?

Vogel-und-Drache