Vertrauen? In wen oder was?

Vertrauen – so lange war es ein Fremdwort,
das sich beharrlich der Übersetzung entzog
in Leben oder gar ein Gefühl.
Ja, ich staune, wie mutig ich war:
bar dieses seltsamen Dings
wagte ich neue Schritte, neue Weg.
Manche führten in Sackgassen
oder mündeten in sumpfiges Gelände.

Nein, ich fand keinen Grund zu vertrauen:
Wem oder Was denn?
Etwa dem Leben selbst –
oder gar: einem auferlegten Schicksal?
Nein, dem ganz sicher nicht.

„Immerhin: Du hast ausgetretene Pfade verlassen,
neue Erfahrungen gemacht, neue Seiten deines Selbst entdeckt,“
flüstert die leise Stimme.
„Was hast du erwartet?“

Meine Antwort kommt zornig:
„Na, was wohl? Erfolg!“

„Nein, Garantien gibt es nicht.
Aber ist es kein Erfolg, vorgegebene Muster zu durchbrechen?
Bist du nicht gewachsen auf deinen Wegen, über alte Grenzen hinaus?“

Und ich beginne zu ahnen:
Das innere Selbst ist kein unerbittlicher Richter,
misst weder Erfolg noch Bankkonto.
Vertrauen, es wächst nicht aus Ego-Erfolg,
es sprießt aus dem Einklang mit dem inneren Wesenskern:
für immer unschuldig und unzerstörbar.

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7 Kommentare zu “Vertrauen? In wen oder was?

  1. Das hat auch etwas mit Vertrauen zu tun:

    Dem eigenen Gefühl trauen. Was es sagt. Zu einem Menschen. Zu einer Situation. Zu einem bestimmten Moment. Zu einer Entscheidung. Zu dem, was ist.

    • fridakopp sagt:

      Da stimme ich dir vollkommen zu. Aber viele vertrauen eben nicht immer dem, was die innere Stimme, was das Gefühl sagt.
      Auch dabei geht es um die Entwicklung von Selbst-Vertrauen. Wenn diese Stimme völlig von dem überlagert wird, was der Verstand sagt … dann ist diese Art der inneren Wahrnehmung so sehr überlagert, dass sie nicht mehr verständlich ist.

      Gruß von Frida

      • Ich denke, dass diese innere Stimme immer da bleibt. Ganz egal, ob jemand hin hört oder nicht. Wohl aber, dass sie möglicherweise leiser wird, oder schüchterner, aber doch auch auf eine Art kraftvoll und stark und beharrlich. Und die mit jedem anhören wieder etwas lauter und deutlicher wird.

        Einen schönen Nikolaustag Dir und liebe Grüße von Nebenan.

  2. nandalya sagt:

    Vertrauen beginnt mit dem eigenen Vertrauen. Dem Wissen, um die eigene Kraft.

  3. scentofasoul sagt:

    Hallo Frida!
    Das ist wiedermal eine absolut spannende Lektüre Mein Kopf ist zwar gerade leicht überfordert und ich kann mich nicht recht konzentrieren, aber ich glaube, meine Seele hat sehrwohl was dazugelernt.

    Mit dem Stichwort „Ego-Erfolg“ hast du mich gewissermaßen vor den Kopf gestoßen, aber in positiver Hinsicht. Mein Kopf blockiert nur, weil er das nicht hören will.

    Ich dank dir sehr herzlich für diese Inspiration und sende dir liebe Grüße.
    Susanne

  4. fridakopp sagt:

    Hallo Susanne,
    was mir hilft, wenn der Kopf mal blockiert scheint: Bewegung, das Denken mal abschalten.
    Und nach einer Auszeit erlaubt der Kopf vielleicht neue Gedanken und Ideen.
    Gruß von Frida

    Ich fahre jetzt erstmal per Rad zum Wochenmarkt

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