Ausbruch aus dem Knast der Perfektion

Du möchte gern perfekt sein?
Beäugst dich selbst, mit kritischem Blick:
„Besser, mir selbst die tadelnden Worte sagen als sie von anderen hören!“

Ja, ich erinnere mich…
so oft, viel zu oft, habe ich sie gehört,
die tadelnde Stimme, wegen all diesen Kleinigkeiten.
Die Botschaft dahinter:
„Du bist nicht in Ordnung, so wie du bist.“

Das Kind wuchs heran,
und statt auszubrechen aus der Welt des Tadels
wird die kritische Stimme von außen zur inneren…
zu einer lauten Stimme, die keinen Fehler duldet.

Ich lernte zu schweigen – Worte ernten Kritik! –
und ich erlernte das Zuhören, das Beobachten,
verstand sogar: die schlimmsten Kritiker:
Sie sind selbst unsicher, wollen sich stark fühlen,
indem sie andere klein machen.

Und doch verharrte ich lange mit dem Wunsch,
unangreifbar zu sein – durch Perfektion.

… bis irgendwann nicht mehr zu leugnen war:
Diese Angst vor Kritik ist zum Gefängnis geworden,
eingesperrt kümmern Lebendigkeit und Freude dahin…

und ich verstand: Leben, wirklich leben,
nicht nur funktionieren, nach den Normen anderer –
das geht nicht im Kerker der Selbstkritik,
geht nicht im Gefängnis namens „Perfekt“.

menschen-gebilde

Ja, er braucht Mut
der Verzicht auf Kontrolle im Namen der Perfektion.
Ja, es braucht Mut, das Ja zur Verltzlichkeit

Der Gewinn ist ein riesengroßes Geschenkpaket,
gefüllt mit Schätzen:
Lebendigkeit
Sponatanität
kreatives Sein und Tun

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Vertrauen? In wen oder was?

Vertrauen – so lange war es ein Fremdwort,
das sich beharrlich der Übersetzung entzog
in Leben oder gar ein Gefühl.
Ja, ich staune, wie mutig ich war:
bar dieses seltsamen Dings
wagte ich neue Schritte, neue Weg.
Manche führten in Sackgassen
oder mündeten in sumpfiges Gelände.

Nein, ich fand keinen Grund zu vertrauen:
Wem oder Was denn?
Etwa dem Leben selbst –
oder gar: einem auferlegten Schicksal?
Nein, dem ganz sicher nicht.

„Immerhin: Du hast ausgetretene Pfade verlassen,
neue Erfahrungen gemacht, neue Seiten deines Selbst entdeckt,“
flüstert die leise Stimme.
„Was hast du erwartet?“

Meine Antwort kommt zornig:
„Na, was wohl? Erfolg!“

„Nein, Garantien gibt es nicht.
Aber ist es kein Erfolg, vorgegebene Muster zu durchbrechen?
Bist du nicht gewachsen auf deinen Wegen, über alte Grenzen hinaus?“

Und ich beginne zu ahnen:
Das innere Selbst ist kein unerbittlicher Richter,
misst weder Erfolg noch Bankkonto.
Vertrauen, es wächst nicht aus Ego-Erfolg,
es sprießt aus dem Einklang mit dem inneren Wesenskern:
für immer unschuldig und unzerstörbar.