Vertrauen? In wen oder was?

Vertrauen – so lange war es ein Fremdwort,
das sich beharrlich der Übersetzung entzog
in Leben oder gar ein Gefühl.
Ja, ich staune, wie mutig ich war:
bar dieses seltsamen Dings
wagte ich neue Schritte, neue Weg.
Manche führten in Sackgassen
oder mündeten in sumpfiges Gelände.

Nein, ich fand keinen Grund zu vertrauen:
Wem oder Was denn?
Etwa dem Leben selbst –
oder gar: einem auferlegten Schicksal?
Nein, dem ganz sicher nicht.

„Immerhin: Du hast ausgetretene Pfade verlassen,
neue Erfahrungen gemacht, neue Seiten deines Selbst entdeckt,“
flüstert die leise Stimme.
„Was hast du erwartet?“

Meine Antwort kommt zornig:
„Na, was wohl? Erfolg!“

„Nein, Garantien gibt es nicht.
Aber ist es kein Erfolg, vorgegebene Muster zu durchbrechen?
Bist du nicht gewachsen auf deinen Wegen, über alte Grenzen hinaus?“

Und ich beginne zu ahnen:
Das innere Selbst ist kein unerbittlicher Richter,
misst weder Erfolg noch Bankkonto.
Vertrauen, es wächst nicht aus Ego-Erfolg,
es sprießt aus dem Einklang mit dem inneren Wesenskern:
für immer unschuldig und unzerstörbar.

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Angst-Pläne

Plötzlich – oder auch
ganz langsam und allmählich
macht sie sich breit,
so langsam, dass sie zum kaum spürbaren Unterton wird:
Angst
sogar, wenn scheinbar alles gut läuft im Leben
oder auch nicht läuft, sondern geruhsam vor sich hin plätschert.

Was ist geschehen?
Nichts weiter als die Nachrichten, die künden von
Katastrophen
Gewalt
Verlust
Mangel
Krankheit

Was, wenn es mich auch erwischt?
Was, wenn Armut sich ausbreitet wie eine Epidemie?
Was, wenn das Haus beschädigt wird?
Oder gar der Körper?

Was kann ich tun, wenn dies oder jenes Unheil mich trifft?
Gewohnheiten aus alter Zeit
vererbt von Generation zu Generation
bestimmen das Fühlen und Denken
(und sorgen für Gewinne der Versicherungen):

Die uralten Botschaften lauten:
Die kleinen Sorgen und großen Ängste vorauswerfen in die Zukuft:
das ist die einzige Sicherheit, wenn Es geschieht –
als wären die Furcht
und all die Notfallpläne ein Sprungtuch, das
– vielleicht – den Sturz abmildern wird.
Der alte Glaube besagt:
Du kannst nicht überrascht werden,
wenn all die drohenden Nöte vorausgeahnt wurden
und all die Notfallplänen im Kopf parat liegen.

Ja, wir leben in bewegten Zeiten.
Bewegte Zeiten schreien nach Veränderung.
Was wird das Sprungtuch sein, dass uns auffängt und trägt?
Die immer brav gezahlte Versicherungssumme?
Oder eine neue Sicht auf’s Leben?
Eine neue Sicht, basierend auf Selbst-Erkenntnis
und Selbst-Vertrauen
und eine neuer Umgang von Mensch zu Mit-Mensch.

Angst wirkt Abgrenzung:
Wo und Wer ist der Feind?
Die Altlasten der Angst-Vorsorge abwerfen
wirkt Offenheit, wirkt Mit-Einander

Vertrauensvoll gleiten

Vertrauensvoll gleiten

Vertrauen

Baum-sprengt-Fels-Oel

So lange war ich überzeugt:
Vertrauen — das gibt es nicht für mich.
Gar nicht zu reden von Ur-Vertrauen.

Lange war ich überzeugt:
als ich in diese Welt geboren wurde,
habe ich nichts davon hinüberretten können
von wo auch immer ich kam.
Das Leben bot wenig Anlass für Vertrauen.

Vielleicht ist gerade das ein Grund für Vertrauen?
Sogar durch Misserfolge und Katastrophen
lerne ich und wandle mich…

Warum sollte ich Vertrauen haben zu Politikern?
Warum zu Wirtschaftssystemen?
Warum zu einer Medizin, die auf Chemie setzt?
Das wäre ein Zeichen von Dummheit.
Vertrauen in mein Ego mit all seinen Wünschen,
seinen Zu- und Abneigungen?

Da bleibt nur dies:
Vertrauen in die Essenz des Seins, das unzerstörbare Zentrum.

Ich lächle über mich selbst:
Wie konnte ich annehmen, ich hätte kein Vertrauen mitgebracht in diese Welt?

Noch ein Blatt, und der Stein fällt

Noch ein Blatt, und der Stein fällt