Einfach nur Sein und Erlauben

Die Aufgaben bis in den Abend hinein waren aufgestapelt:
Schreiben, dies noch lesen,
nach jener Information suchen
und dazwischen noch diese oder jene Kleinigkeit erledigen.
Und dann, mittendrin:
Keine Lust mehr zu gar nix.

Einfach nur: dasitzen, atmen, ein und aus…

Zuerst kommt es mir vor wie Verweigerung
als wäre ich in den Streik getreten gegen mich selbst.
Und doch scheint es in diesem Moment das einzig Richtige:
Einfach nur sein.

Gedanken gehen auf Wanderschaft
weit zurück in die Vergangenheit, in die Kinderzeit:
Nie schien es zu passen,
nie den Wünschen und Erwartungen zu entsprechen,
dieses Mädchen, das ich einst war:
So klein und verletzlich sieht es aus,
ängstlich blicken die Augen in die Welt.

Chris-Frida-klein

Liebevoll schließe ich es in meine Arme,
und erlaube uns, einfach nur da zu sein…

und dann, irgendwann…
wird mir klar: Was ich da tue –
das ist viel wichtiger als all die aufgetürmten Kleinigkeiten:
Das ist Heilung.
Ich erlaube, dass Heilung aufsteigt, tief von innen heraus.

So lange waren die kindlichen Ängste eingeschlossen im Innern,
immer wieder hervor drängend,
immer wieder zurück gestopft…
Ich umarme das scheinbar so zarte, verletzliche Kind,
dass doch so stark war,
und ich lasse mich umarmen, bis wir verschmelzen zu Ganzheit

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6 Kommentare zu “Einfach nur Sein und Erlauben

  1. scentofasoul sagt:

    Bei diesen Text wird mein Herz mir schwer
    und meine Augen halten Tränen der Rührung zurück.
    Herzliche Gratulation zu dieser Umarmung, diesem Heilungsprozess.
    LG, Susanne

    • fridakopp sagt:

      Hallo Susanne,
      warum hältst du die Tränen der Rührung zurück?
      Vielleicht wird da auch bei dir etwas berührt, was in Fluss kommen möchte?

      Herzlicher Gruß, Frida

      • scentofasoul sagt:

        Hallo Frida!
        Ich musste jetzt lange über deine Worte denken, weil bei mir die erste Reaktion bei Tränen Wut ist. Wut mag ich lieber, Wut ist Energie. Und ich mache das schon so lange so, dass ich Schwierigkeiten dabei hatte, auch mal Tränen zuzulassen.

        Nachdem ich nun ein bisschen mit mir gerungen hab, hab ich es schlussendlich doch geschafft, dei Tränen zuzulassen. Und ich hab so das Gefühl, da hat sich wirklich was bewegt.
        Ich kann es nicht genau beschreiben, aber ich fühle mich irgendwie erleichtert und ich dank dir sehr herzlich für deine Worte.
        Viele liebe Grüße schickt dir Susanne

      • fridakopp sagt:

        Hallo Susanne,
        viele Grüße auch an dich.
        Interessant, diese Verteilung von Wut und Traurigkeit. Bei vielen Frauen ist es genau umgekehrt: Sie haben eher Probleme damit, Wut zu erlauben.
        Aber es ist für mich leicht nachzuvollziehen: Wut ist mit dem Gefühl von Kraft verbunden – von Traurigkeit kann Frau sich überwältigt fühlen.

  2. nandalya sagt:

    Erwachsene vergessen oft, was sie als Kinder wussten. Und wie stark sie damals waren. Und du bist das auch … in schwachen Momenten.

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